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 email: gartenbauverein-karnap@web.de
        
gegründet  Dieses Foto entstand in den 30er Jahren.  
01. Januar 1933Archiv: W. Böttger



Karnap hatte im Jahre 1933 etwa 11.000 Einwohner (heute sind es weniger). Die Gemeinde verlor 1929 Ihre Selbständigkeit, denn die Großstadt Essen dehnte sich nach Norden aus und wurde noch größer. Die Karnaper hatten aber ihren Stolz. Es gab einen "Verschönerungsverein". Vorsitzender war der Rektor Dr. Schulte (von 1911 bis 1937 Schulleiter an der ev. Karnaper Schule). Auf dessen Initiative wurde im Jahre 1933 der Gartenbau-Verein Essen-Karnap e. V. gegründet. Es begann mit zwei Gärten unterhalb des Emscherdammes an der Vogelwiesche, weitere Gärten folgten.

Die Wirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre brachte es mit sich, dass immer mehr Erzeugnisse zur Selbstversorgung angebaut wurden. Und ganz besonders war das während der Kriegs- und Nachkriegszeit der Fall. In einem Bericht des damaligen Kreisverbandes wird erwähnt, dass im Jahre 1941 mindestens 3 Millionen Dosen Gemüse- und Obstkonserven von der Mitgliedern der Essener Gartenbau-Vereine konserviert worden sind. Früher war es auch noch erlaubt, in den Lauben Kleintiere zu halten. Manche Laube wurde als Scheune zweickentfremdet. Man lagerte Heu und Stroh für die Kaninchen. Oft waren aber alle Mühen der Züchter umsonst, nämlich dann - und das geschah meist vor den Feiertagen - wenn die gemästeten Hasen gestohlen wurden. Während des Krieges war manche ausgebomte Familie froh, in ihrer Laube eine Notunterkunft zu finden.

Der Bruch des Emscherdammes im Februar 1946 hatte für die Karnaper Kleingärtner Folgen: Durch die erforderlich werdende Verbreiterung des Dammes fielen einige Gärten dem Bagger zum Opfer. Mancher trauerte seinem Garten nach, denn vieles hatte man investiert, z. B. Brunnen gebohrt. Heute sind es noch 29 Gärten, die in der Anlage "Vogelwiesche" mustergültig bewirtschaftet werden.

Als Ersatz stellte die Stadt Essen ein Gelände an der Lohwiese zur Verfügung und im Jahre 1947 konnten dort 58 Gärten bezogen werden. Da die Nachfrage nach Kleingärten nach wie vor groß war, fand man eine salomonische Lösung: jeweils zwei Pächter erhielten eine Laube zugewiesen. Durch Änderung der Straßenführung und Erweiterung des Karnaper Friedhofes mußte 1974 die Anlage an der Lohwiese aufgegeben werden. In drei Bauabschnitten entstanden bis zum Frühjahr 1975 im neugeschaffenen Emscherpark 78 Gärten. Es ist heute kaum zu beschreiben unter welch schwierigen Verhältnissen dort begonnen wurde. Bis zu den Knien versank man im Schlamm. Mancher wollte resignieren. Die Essener Presse schrieb: "Kleingärtner proben den Aufstand!" Viele Schweißtropfen flossen, ehe der Boden kultiviert war. Schließlich kam es dann doch zum "Happy-End im Emscherpark".

Nicht zu vergessen ist, dass die Stadt Essen pro Kleingarten etwa 6.000 DM investiert hat.
Die mühselige Arbeit der Gärtner fand schließlich ihren Lohn: Im Kleingarten-Wettbewerb der Stadt Essen im Jahre 1979 erhielt die Anlage "Emscherpark" einen 3. Preis.

Gartenarbeit ist Knochenarbeit. Es ist daher verständlich, dass Kleingärtner zum Ausgleich auch ihre Feste feiern. Herbstfest und Emscherparkfest sind Höhepunkte im Vereinsleben. Bei solchen Anlässen zeigen die Kleingärtner durch ihren Einsatz für die "Aktion Sorgenkind" (Heute: Aktion Mensch) ihr Herz für den notleidenden Nächsten. Bei der Gestaltung der 650-Jahrfeier in Karnap war die Mitwirkung des Vereins selbstverständlich. Ein originell gestalteter Festwagen fand bei Umzug großen Beifall.

Dieser Bericht ist entnommen der Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum des Gartenbau-Vereins Essen-Karnap e. V. am 17. September 1983.


©vdh.2004

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