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Das Bergwerk wurde benannt nach dem Industriellen "Mathias Stinnes".

Mathias Stinnes, am 04.März 1790 als 4. Kind des Schiffers, Hermann Stinnes und seiner Ehefrau Magarete in Mülheim an der Ruhr, geboren.

Dem Beruf seines Vaters folgend begann er seine Laufbahn. Nach Gründung seiner ersten Reederei erkannte er die Bedeutung der Ruhrschifffahrt für den Transport der Kohle an den Rhein. Zusammen mit seinem Bruder Georg erwarb Mathias Stinnes eine Kohlenberg sowie einen Ruhrnachen.

Jahr für Jahr wurde ausgebaut und erlangte schließlich Weltruhm. ...

                                        Foto: W.Böttger
1820 1839
unterhielt Stinnes bereits 66 Kohlenschiffe auf Rhein und Ruhr. Die Erfindung der Dampfmaschine machte er sich zu nutze. Stinnes wandte sich dem Bergbau zu. Er beteiligte sich an mehrere Zechen.erschloß er eigene Bergwerke im größeren Umfang.

1845  1853
verstarb Mathias Stinnes und hinterließ 4  eigene große Zechen, ein  großes Schifffahrts- und ein weitverzweigtes Kohlen-unternehmen. Das Grubenfeld "Mathias Stinnes" entstand aus den Feldern: Karnap, Neu-Horst und Welheim.       Nachfolger und Leiter der Familiengesellschaft Stinnes, Sohn Mathias Stinnes jun. verstarb. Nach ihm übernahmen nacheinander seine Brüder Gustav und Hermann Hugo Stinnes die Leitung. 

1859       1860
Ruhrorter Bergwerks-Aktienverein erwarb 4 Geviertfelder Carnap 1-4.Abteufen des ersten Schachtes, Zeche Carnap. Abbruch nach Erreichen einer Tiefe von 56 Metern aus finanziellen Schwierigkeiten.

1864
Familie Stinnes erwarb für 150.000 Taler die 3 Karnap-Felder.
Vereinigung durch Zukauf verschiedener Mutung unter den Namen "Mathias Stinnes". Einbringung in die neu gegründete Gewerkschaft des Steinkohlen-bergwerkes Mathias Stinnes. Der Umfang des zusammengelegten Feldes betrug: 6,27 Millionen Quadratmeter.

1871
Abteufarbeiten auf Mathias Stinnes 1.

1872
Förderung der Kohle aus einer Tiefe von 220 Metern. 75.000 Tonnen wurden bis 1876 erreicht und wuchs stetig an. Bis 1878 wurden bereits 100.000 Tonnen gefördert. Bis 1885 mehr als 150.000 Tonnen.

1897               1902
Schacht 2 kam in Betrieb, ausgestattet mit 2 Förderanlagen sowie die Kokerei mit 30 Öfen und mit Kohlenwertstoffgewinnungsanlage.Beginn der Abteufarbeiten im Grubenfeld Neu-Horst mit einer neuen Doppelschachtanlage.
1904
Vergrößerung des Bergwerksbesitzes durch Kauf der alten Zeche Vereinigte Maria Anna und Steinbank in Bochum-Höntrop. 

1905
Grubenfeld Neu-Horst ging als Zeche Mathias Stinnes 3/4 in Betrieb.

1914                1915
Nach dem ersten Weltkrieg, entstand die Schachtanlage Welheim 1/2 auf verhältnismäßig kleinem Gebiet und nahm drei fördernde Doppelschachtanlagen in Betrieb.Fördermenge, 1,5 Millionen Tonnen - 4.178 Beschäftigte

1922 1924
Teufen des Schachtes V neben Welheim 1/2.nahm Schacht V die Förderung auf.

1923
Gründung der Glaswerke Ruhr AG, die mit der Gewerkschaft Mathias Stinnes einen Betriebsführungsvertrag abschloß. Dadurch hatte die Zeche "Mathias Stinnes" einen ständigen Abnehmer für das anfallende Koksofengas der Kokereien.

1925  1926-1929  1931
Seilfahrtunglück forderte 11 ToteDie Föderung stieg in den Jahren bis auf 1,83 Millionen t. - 5.220 BeschäftigteGrubenfeld Welheim wurde der Schachtanlage Mathias Stinnes ausgegliedert.

1932          1933
Unglücksfall auf der Schachtanlage 1/2 Welheim, Bruch einer Schüttelrutsche - 4 Todesopfer.Schlagwetterexplosion auf Anlage 1/2/5 - 9 Todesopfer

1943
wurde die höchste Fördermenge v. 2,66 Millionen t. erreicht -
7.830 Beschäftigte


1950    1951
Beginn der Elektrifizierung, Zechen fördern wieder eifrig.Grubenbrand auf der Schachtanlage 1/2/5 forderte 10 Menschenleben.

1956               
Turmförderung des Schacht 5 kam in Betrieb. In dem 73m hohen Förderturm stand die damals stärkste Fördermaschine der Welt. Betriebsleistung: 10.000 kwUmwandlung auf "Steinkohlenbergwerke Mathias Stinnes AG". Mülheimer Bergwerks-Verein u. die Diergrad-Mevissen Bergbau AG, die durch einen Interessengemeinschaftsvertrag mit Mathias Stinnes verbunden war, gab zugunsten der Gesellschaft den Vertrag auf.

1959   
Im Mai dieses Jahres, Stilllegung der Kokerei Mathias Stinnes 1/2/5.
Die Kohlenwertstoffbetriebe Mathias Stinnes sind an ihrer Stelle getreten. (Gewinnung des Restbenzols)
  In Betriebnahme der neuen Lampenstube zwischen der Waschkaue und em Maschinenhaus mit einem überdachten Gang zum Schacht 5.    Der Männerchor Mathias Stinnes feierte sein 25j. Bestehen.

1963   1964
19. April - Besuch vom ersten Bischof des Bistums Essen, Dr. Franz Hengsbach auf der Glaswerke Ruhr in Karnap (Tochterunternehmen der Steinkohlen-bergwerkes Mathias Stinnes AG)           Besuch vom Bundespräsidenten Dr. Eugen Gerstenmaier auf Schachtanlage 1/2/5.


1965 
Die Seilfahrt von Welheim wurde nach Mathias Stinnes 3/4 verlegt. Schächte: 1/2 waren seit dem Wetterschächte.           Durch den Ausbau der Schachtanlage Mathias Stinnes 1/2/5 zur Zentralförderanlage wurden die ersten großen Rationalisierungmaßnahmen vorgenommen.

1967
Durch ein mordernes Vierseilgefäß wurde die gesamte Kohlenförderung auf Schacht 5 zu Tage gehoben.    Zur größeren Leistungsfähigkeit der Hauptstreckenförderung wurde das Gleisnetz unter Tage erneuert, Drucklokomotiven durch Akku-Loks und Kleinförderwagen durch Grandbywagen (4000 Liter Fassungsvermögen) ersetzt.

                 
Foto:vdh
1968
27. Nov. - Gründung der Ruhrkohle AG. 29 Bergbaugesellschaften, darunter auch Mathias Stinnes, brachten ihr Bergbauvermögen in die Gesellschaft ein.

1969
20. Juni - Die letzte Hauptversammlung des Steinkohlenbergwerkes Stinnes AG fand im Sportheim Mathias Stinnes in Karnap statt. Ein gutes Kapitel deutsche Unternehmensgeschichte ging zu Ende. Die Tradition wurde nun von der Ruhrkohle AG und VEBA fortgesetzt.

19701972
Förderung von 7.000 Tonnen täglich auf Mathias Stinnes Karnap. Das Ende der Zeche näherte sich unaufhaltsam, im Zeitraum von 100 Jahren wurden 130 Millionen Tonnen Kohle gefördert.     wurde die Zeche Mathias Stinnes in Karnap stillgelegt. Die Schächte 1/2 und 3/4 wurden 1973 abgebrochen und verfüllt. Das Zechengelände eingeebnet.

                                                                     Foto: W. Böttger
1981
ging das Ostfeld mit Schacht 5 an Zeche Nordstern.

2003
Am 16. Januar wurde, 
unsere letzte Erinnerung
an die Zeche Mathias Stinnes,
der 37 Meter hohe Förderturm
zu Fall gebracht.                 
Foto: W.Böttger


©vdh.2005
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